Das Quercy ist, genau wie die benachbarte Rouergue, weniger eine Landschaftsbezeichnung als vielmehr eine historische politische Region, die heute ungefähr durch das Département Lot abgedeckt wird.

Zum Quercy gehört zum Beispiel Lalbenque in der Nähe von Cahors.

Der Ort ist ein „Site Remarquable du Goût“. Das ist sowas ähnliches wie die „Plus Beaux Villages“, nur als Label für eine Vereinigung von Orten, bei der es nicht um Schönheit geht, sondern um regionale Spezialitäten. Camembert gehört dazu, Flavigny-sur-Ozerain für seine Anisbonbons, das kürzlich besuchte Lautrec für den Ail Rose, den rosa Knoblauch. Lalbenque qualifiziert sich dafür mit seinem bekannten Trüffel-Markt. Der Trüffelsucher samt Trüffelsuchhund sitzt als Denkmal vor der Halle des Ortes.

Und hat heute mal etwas noch Wertvolleres als Trüffel im Korb. 🥰
Im Ort gibt es außerdem einige Truffières.

Zwischen Villefranche-de-Rouergue und Lalbenque, noch recht nahe an Villefranche und also offiziell noch in der Rouergue und nicht im Quercy, steht ein Kloster, mit dem nach dem Abstecher zur Konkurrenz (Kartäuser) im vorangegangenen Beitrag nun wieder die Zisterzienser an der Reihe sind: Loc-Dieu sieht zwar auf den ersten Blick nicht aus wie ein Kloster, aber eigentlich hat man im 15. Jahrhundert nur zwei Wehrtürme an den Südflügel angebaut und so eine befestigte Abtei errichtet, was in den Religionskriegen dieser Zeit leider notwendig war.

Eine Innenbesichtigung ist nur mit Führung möglich, und selbst für die Außenbesichtigung mußte ich etwas diskutieren, weil ich gegen halb 12 in Loc-Dieu war und die Anlage um 12 Uhr zur Mittagspause geschlossen wird. Ich konnte die Dame am Einlaß schließlich überzeugen, mich doch noch reinzulassen. Für den vollen Eintrittspreis zwar, aber besser nur 30 Minuten besichtigen als gar nichts sehen. Beim ersten Besuch in Loc-Dieu scheine ich übrigens auch außerhalb der Öffnungszeiten dort gewesen zu sein; das (noch) auf meiner Zisterzienser-Webseite eingestellte Photo sieht mir schwer danach aus, als hätte ich von außerhalb des Geländes photographiert. Zumindest den Aufwand, ein für ein Photo ausreichend großes Loch in der Hecke um das Gelände zu finden, kann ich mir heute also sparen.

Wieder zurück ins Quercy: Typisch für die Landschaft sind solche Steinhütten. Sie dienten als provisorischer Schutz für Mensch und Tier, also vor allem für Hirte und Schafe. Diese Hütte hier heißt Caselle de Nouel und stammt ursprünglich aus der Zeit um 1850, wurde aber später irgendwann mal restauriert, sonst sähe sie nicht so neu aus.

Der wichtigste Fluß im Quercy ist der Lot, mit einer auch hier (der Fluß ist ja fast 500km lang) an sehr vielen Stellen sehr sehenswerten Tallandschaft.



Ebenfalls am Lot liegt Cajarc, die Geburtsstadt von Françoise Sagan. Noch ein weiterer Ort mit alten Häusern und engen Gassen.

Ja, die Bilder ähneln sich. Aber die Orte hier sind einfach alle hübsch, ich kann’s ja auch nicht ändern.


Der längst stillgelegte Bahnhof am Ortsrand direkt am Flußufer bietet sogar Eisenbahn-Romantik: Ein kleines Museum und einen alten Triebwagen, einen aus der Baureihe X 3800 aus den 50er Jahren mit einer asymmetrisch aufgesetzten Führerkabine.

Den müßte man aber dringend vor den blöden Sprayern schützen. Wegfahren wird er nicht mehr, weil er nicht weit käme: Die Gleise, auf denen er steht, enden jeweils schon nach ein paar Metern, weil die Bahnstrecke schon lange stillgelegt und demontiert ist.