Fährt man von Bozouls aus in nördliche Richtung, stößt man bald auf das Tal des Lot, also auf den Fluß, dem wir weiter östlich schon vor ein paar Tagen in Mende und weiter westlich erst gestern in Cahors begegnet sind.

Das Städtchen im Startbild heißt Estaing. Dort kommen wir gleich noch hin. Vorher aber erstmal ein Blick auf Espalion, das auf dieser Etappe als Einstieg ins Lot-Tal dient. Der Ort liegt an einer etwas breiteren Stelle des Flußtales am südlichen Rand des Aubrac.


Der Aussichtspunkt ist die Burg Calmont d’Olt, die den Fluß im Namen trägt: Olt ist der okzitanische Name des Lot. Er taucht auch in verschiedenen Ortsnamen wie Saint-Geniez-d’Olt auf.

Die mittelalterliche Burg kann man gegen Eintritt auch besichtigen; ich drehe aber lieber eine Runde durch die kleine Innenstadt von Espalion…

…mit einer kleinen, aber hübschen Häuserzeile am Flußufer zwischen den beiden Brücken.

Und wer im Bild darüber genau hinschaut, wird am Flußufer eine Figur entdecken. Hier nochmal in größer:

Ein Taucher? Damit ehrt die Stadt einen gewissen Benoît Rouquayrol, der aus Espalion stammte und zusammen mit Auguste und Louis Denayrouze ein Tauchgerät mit Preßluft erfand. Das wurde nach den Erfindern benannt, obwohl die Nachnamen ja nun durchaus sperrig sind: Als „Rouquayrol-Denayrouze“ wurde es lange unter anderem von der Marine eingesetzt . von der französischen. Fürs Ausland hätte man sich vermutlich einen anderen Namen ausdenken müssen. Den Rouquayrol-Denayrouze kann sich ja nicht mal der Reisehase merken. Dabei hat der Doppelname immer noch sechs Buchstaben weniger als z.B. Leutheusser-Schnarrenberger. Wie auch immer: Heute gibt es in Espalion das Musée du Scaphandre, das sich mit der Technik des Tauchens beschäftigt und auch Benoît Rouquayrol gewidmet ist.

Ein paar Flußschleifen weiter liegt Estaing, der Ort aus dem Startbild, der kleiner als Espalion ist, aber noch etwas hübscher gelegen, weil das Flußtal hier schon wieder deutlich enger geworden ist. Eine sehenswerte alte Bogenbrücke gibt es hier auch.

Falls jemandem der Name Estaing bekannt vorkommt: Die Adelsfamilie d’Estaing hat hier ihre Wurzeln. Nachdem sie ausgestorben war, durfte die Familie Giscard den Namen übernehmen und sich fortan Giscard d’Estaing nennen. Bekanntester Vertreter dürfte der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing sein. Der wurde zwar nicht hier geboren (sondern in… Koblenz!), aber er hat 2005 die Burg Estaing gekauft und war danach regelmäßig hier.
