Eines der Zentren im östlichen Münsterland ist Warendorf. Hier steht das Landgestüt des Landes NRW, hier hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung ihren Sitz, hier finden jedes Jahr die berühmten Hengstparaden statt. Ein Paradies also für Pferdeliebhaber.

Was hier im Blog los wäre, wenn Warendorf eine Hasenstadt wäre, könnt Ihr Euch ja vorstellen. 😉 Hasen sieht man hier aber keine. Stattdessen: Pferde überall, auch auf den Dächern von Zahnarztpraxen.

Viele erfolgreiche Reiter haben Verbindungen nach Warendorf. Die deutschen Reiter sind seit Jahrzehnten ja auch zuverlässige Medaillensammler bei Olympia – und das im Gegensatz zu den Rennrodlern in einer Sportart, die auch signifikant von anderen Nationen ausgeübt wird. Daher hat man eine Straße der Olympiasieger angelegt, auf der viele bekannte Namen auftauchen: Hans Günter Winkler, Ludger Beerbaum, Isabell Werth. Und Halla.

Halla, die “Wunderstute”, gewann 1956 und 1960 drei Goldmedaillen bei Olympia, mit Hans-Günter Winkler im Sattel, der 1956 in Stockholm aufgrund einer Verletzung (Leistenbruch) unter Schmerzmitteln stand und sich kaum im Sattel halten konnte. Halla ist damals mehr oder weniger selbständig durch den Parcours gegangen – fehlerfrei. Einer der großen olympischen Momente. Bei Youtube gibt’s Bilder. Man hat diesem legendären Pferd in Warendorf ein Denkmal aufgestellt, allerdings nicht das oben im Startbild zu sehende. Halla steht etwas außerhalb vor dem Gebäude des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Es gibt in der Stadt auch einen Hallaweg.
Das Zentrum Warendorfs liegt am linken Ufer der Ems und ist sehr hübsch. Mittelpunkt ist der Marktplatz mit dem historischen Rathaus (rechts).

Hinter den Giebeln schaut der Turm der Kirche St. Laurentius hervor.


Vom Markt gehen einige hübsche kopfsteingepflasterte Gassen mit Fachwerkhäusern ab.


Im Osten der Altstadt steht das ehemalige Franziskanerkloster.

Darin ist das Westpreußische Landesmuseum untergebracht, mit einer höchst interessanten Ausstellung zu einer Region, die heute kaum noch jemand kennt und die ziemlich weit oben auf meiner Reiseliste steht. Ich hatte mit etwa einer Stunde Museumsbesuch gerechnet und war letztlich mehr als doppelt so lang dort drin. Und bis zur Tour nach Pommern, Westpreußen, Danzig und Masuren taucht die Marienburg hier im Blog erstmal nur im Modell auf.
