Lahr und Umgebung

Die Ostertage verbringt der Reisehase ja gerne in Frankreich. Die letzten drei Jahre ging das allerdings nicht. Aber dieses Jahr, da gilt’s! Ben oui, das Elsaß ist irgendwie nicht so ganz richtig Frankreich, zugegeben. Aber immerhin. Der Weg ins Elsaß führt den Reisehasen unter anderem durch Lahr.

Offiziell heißt die Stadt “Lahr/Schwarzwald”, was wohl eher für “am Schwarzwald” steht, denn Lahr liegt noch unten in der Rheinebene. Die Stadt hat überraschenderweise fast 50.000 Einwohner, aber eine überschaubar große Innenstadt mit einigen hübschen Plätzen und Fachwerkhäusern.

Der Storchenturm, Wahrzeichen der Stadt und Rest einer mittelalterlichen Burg, die hier in einem Wiesengelände an der Schutter errichtet wurde, trägt seinen Namen offensichtlich zurecht.

An die Rheinebene zwischen Offenburg und Lahr denkt man nicht unbedingt als erstes, wenn es um nationalen Spitzensport geht. Aber die Gegend ist eine Handball-Hochburg. Oder, naja, jedenfalls WAR sie es. 1975 nämlich stieg der TuS Hofweier in die Handball-Bundesliga auf und wurde 1979 Vizemeister. 1989 war das Geld alle, der Verein insolvent und die Bundesliga-Zeit vorbei. Heute spielt der Nachfolgeverein Grün-Weiß Hofweier in der Südbadenliga. Die Handball-Bundesliga war damals mehr noch als heute eine Liga der Dörfer und Kleinstädte, was ich immer interessant fand, weil man dann im Atlas mal so richtig auf die Suche gehen konnte: Dankersen, Nettelstedt, Gensungen Fredenbeck, Großwallstadt, Niederwürzbach… Und eben Hofweier. Der Ort, 3.400 Einwohner groß, liegt in den ersten Hügeln am Ostrand der Rheinebene, gehört zur Gemeinde Hohberg und zieht mit seinem Ortsbild definitiv keine Touristenmassen an. Die allermeisten fahren aber sowieso auf der A5 durch diese Gegend. Viel zu sehen gibt es in Hofweier auch nicht. Aber die Pfarrkirche St. Gallus ist sehr hübsch. Sie steht auf einem Berg oberhalb des Ortes.

Eine fast identische Kirche, zumindest was den Turm angeht, hat auch der Nachbarort Schutterwald.

Und auch den Namen kennt man, wenn man sich in den 80ern und 90ern für Handball interessierte. Der dortige TuS schaffte nämlich ebenfalls den Sprung in die Bundesliga, erstmals 1986 und insgesamt für neun Spielzeiten bis 2003. Dann gingen auch bei der TuS Schutterwald die Lichter aus, auch hier, weil schlicht kein Geld mehr da war. Auch Schutterwald ist vom Ortsbild her nicht gerade spektakulär, bietet aber immerhin die hübsche Pfarrkirche (St. Jakob) und ist, wie man am Kirchendach sehen kann, auch bei Störchen beliebt.

Während das Rathaus des Ortes unverständlicherweise keine drei Sterne im Schwarzwald-Baedeker erhält.

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