Villefranche-de-Rouergue

Nach kurzer Pause geht die Reiseerzählung aus dem Zentralmassiv nun weiter. Villefranche-de-Rouergue kann man, wenn man aus Süden auf die Stadt zufährt, schon gut überblicken. Die Stadt liegt in einem Talkessel am rechten Hochufer des Aveyron. Und wo es eine schöne Aussicht gibt, legen die Franzosen gern einen Aussichtspunkt an, mit Orientierungstafel und Sitzbänken.

Man sieht – im Abendlicht – die dicht bebaute Innenstadt und die mächtige Stiftskirche Notre-Dame. Am nächsten Morgen ist viel los in den Straßen der Altstadt und vor allem rund um die Place Notre Dame, weil hier gerade der Wochenmarkt stattfindet.

Dessen Stände auch in der nahegelegenen Markthalle aufgebaut sind.

Es gibt viele lokale Spezialitäten im Angebot, aber auch eher Internationales, was durchaus farbenfroh daherkommt. Gewürz-Stände zum Beispiel sind immer ein dankbares Photo-Motiv.

Auch Villefranche ist eine Bastide, allerdings eine sehr große, weshalb das übliche Stadtbild der Bastides hier nicht ganz so gut erkennbar ist, auch nicht vom Aussichtspunkt. Bei Google Maps oder auf einem Stadtplan sieht man aber: Es gibt aber auch hier einen (nahezu) rechteckigen Platz in der Mitte (eben die Place Notre-Dame) und ein Netz aus langen geraden Straßen, die häufig nicht sehr breit sind.

Direkt am Flußufer stehen die Häuser eine Etage höher bzw. hinter einer Schutzwand.

Südlich des Aveyron, den man über eine hübsche alte Bogenbrücke überqueren kann, wartet die Chartreuse Saint-Sauveur mit einer Besonderheit auf: Mit dem größten Kreuzgang Frankreichs. Zuerst kommt man aber zur Klosterkirche (naja, ok, zuerst kommt man zur Billetterie. Aber dann).

Zur Anlage gehören sogar zwei Kreuzgänge, was bei den Kartäusern üblich ist, wie ich erfahre (ich kenne mich ja eher mit der Konkurrenz aus; die Zisterzienser hatten ihrem klassischen Grundrißplan ja nur einen Kreuzgang). Bei den Kartäusern im allgemeinen und hier in Saint-Sauveur im speziellen ist ein kleinerer Kreuzgang direkt an die Kirche angebaut…

…und ein größerer Kreuzgang einen Hof weiter, an den auch die Mönchszellen angeschlossen waren. Er bildet hier in Villefranche ein Carrée, das etwa ein Sechstel des Großen Marktes in Saarlouis umfaßt (Vergleichsgröße für Saarländer) bzw. etwas kleiner ist als ein Fußballfeld (Standard-Vergleichsgröße). Aber da wir ja das metrische System erfunden haben: Der Große Kreuzgang von Saint-Sauveur ist 66×40 Meter groß.

Das geschnitzte Chorgestühl in der Kirche hat viele verschiedene Tiermotive, und selbstverständlich fällt das Sonnenlicht genau dann, wenn der Reisehase das Kloster besichtigt, auf die ganz besonderen Tiere. 😉

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