Es ist lange her, seit ich zum letzten Mal in Köln war. 2012 war ich mal eine ganze Woche lang in der Stadt, für eine Schulung zur Personalwirtschaft. Danach hat’s dann nur noch für Kurzbesuche zwecks Fußball gereicht, in Müngersdorf und auf der anderen Rheinseite beim FC Viktoria.

Ich würde Köln auch nicht zu meinen Lieblingsstädten zählen; vielleicht auch deshalb die lange Pause. Wirklich schön finde ich die Stadt auch dieses Mal nicht; so ehrlich muß ich sein. Es gibt aber durchaus nette Ecken, zu denen zum Beispiel das Startbild gehört: Der Blick über den Rhein an der Hohenzollernbrücke. Ebenfalls von Osten ist dieser Blick: Vom Heinrich-Böll-Platz auf den Chor des Doms und (im Vordergrund links) das etwas düster wirkende Museum Ludwig.

Die Westfassade des Doms kann man vom Kardinal-Höffner-Platz betrachten. Das macht man in der Regel aber nicht allzu lang. Der Platz ist nämlich, ebenso wie der andere Teil der Domplatte auf der Südseite des Doms, einfach nur zugig, und es weht ein eklig kalter Wind.

Zu den schöneren Ecken der Stadt zählt der Park am Rheinufer mit Blick auf die Häuser am Rheingarten und dem Turm von Groß St. Martin im Hintergrund, einer der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns.

Für die Möwen lautet der Tagesbefehl offensichtlich: Blickrichtung rheinaufwärts!

Überall in der Stadt werden schon die Tribünen aufgebaut. Es ist ja schließlich nur noch eine Woche bis zum Rosenmontag.

Auch sonst sieht man schon die Vorboten der Karnevalstage, zum Beispiel am Gürzenich, dem gotischen Festsaal-Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das nach dem Krieg ebenso zerstört war wie große Teile der Innenstadt. Den Gürzenich hat man in historischen Formen wiederaufgebaut.

Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob das alles nach Aschermittwoch abgebaut wird oder einfach stehenbleibt. Im November geht die neue Saison ja schon wieder los.

Neben dem 11.11. ist noch eine weitere Zahl wichtig in Köln: Die 4711. Das war die Hausnummer eines Hauses in der Glockengasse, in dem Wilhelm Mülhens ab 1797 das “Kölnisch Wasser” herstellte. Die Glockengasse ist natürlich nicht so immens lang, aber die Franzosen hatten ja bekanntlich in der Napoleonischen Zeit einfach alle Häuser der Stadt durchnumeriert. Heute ist die 4711 daher nicht nur die bekannte Zahl für das Kölnisch Wasser (dessen eigentlicher Erfinder übrigens Johann Maria Farina war; das Farina-Haus steht auch in der Kölner Innenstadt, und auch hier wird noch immer Parfüm hergestellt). 4711 ist auch ein beliebtes Paßwort und wird gerne für vierstellige Zahlencodes verwendet, wenn einem 0000, 1234 oder 0815 zu unsicher ist. 😉 Das 4711-Haus in der Glockengasse sieht jedenfalls so aus:

Trotz aller Zerstörungen im Krieg hat Köln natürlich auch sehr alte Bauwerke zu bieten: Aus der Römerzeit stammen noch Teile der Stadtmauer und der Helenenturm, der zum Mauerring um die Colonia Claudia Ara Agrippinensium gehörte. Wenn wir die römischen Stadtnamen noch hätten, würde das Vorlesen der Fußballergebnisse in den Nachrichten ungefähr viermal so lange dauern.

Der Helenenturm steht in der St.-Apern-Straße, die nach einem Bischof von Toul (Lothringen) benannt ist und in der es von 1477 bis 1802 ein Kloster der Zisterzienserinnen gab. Von dem hat sich nichts erhalten. Dafür findet man in der Straße heute ein Restaurant mit schönem Namen, und das bringt Köln dann doch noch einen Sonderpunkt ein. 🙂
