Bad Doberan

Die hübsche Kleinstadt westlich von Rostock hat zwei große Stars zu bieten: Das Münster und Molli. Vom Münster, der Kirche des Zisterzienserklosters Doberan, schwärme ich gleich noch ausführlich; jetzt erstmal zu Molli.

Die Mecklenburgische Bäderbahn, wie Molli mit vollem Namen eigentlich heißt, fährt täglich mit Dampfloks von Bad Doberan nach Kühlungsborn. Die 15km lange Strecke gibt es schon seit 1886. Startpunkt ist der Bahnhof Doberan, wo Molli ihr Zuhause hat.

Für Eisenbahn-Romantiker und für’s Lokomotiven-Quartett: Die 99-2321-0, die hier fährt, ist eine Lok der DR-Baureihe 99.32. Baujahr 1932, gebaut bei O&K in Berlin, Spurweite 900mm, Länge 10,59m, max. 50 km/h, 460 PSi/338kW. Es wird zwar noch ein bißchen dauern, bis ich 32 Lokomotiven zusammen habe, aber ein Anfang ist gemacht. 😉

Vom Bahnhof Bad Doberan aus fahren die Züge mit den historischen Waggons zunächst mitten durch den Ort, durch die gar nicht so breite Mollistraße.

Der Ort selbst bietet viel Architektur der Belle Époque, zum Beispiel am Kamp, einem dreieckigen Platz in der Stadtmitte, auf dem auch der Weiße und der Rote Pavillon stehen.

Die Bezeichnung “Bad” erhielt Doberan offiziell zwar erst seit 1921, aber schon im 18. Jahrhundert erholte sich hier die herzoglich mecklenburgische Familie. Seit 1802 gibt es eine Spielbank, und schon 1822 fand hier ein Galopprennen statt, eventuell das erste auf deutschem Boden. Heiligendamm, heute ein Stadtteil von Bad Doberan, gilt außerdem als erstes deutsches Seebad.

Nicht alle Gebäude sind allerdings gut in Schuß: Das 1822 gegründete Stahlbad steht seit 1996 leer, brannte 2006 aus und gehört heute einem Investor, der offensichtlich nicht sonderlich am Erhalt des Gebäudes interessiert ist. Da ist wohl nicht mehr viel zu retten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*