Rostock (2)

Teil zwei des Rundgangs durch Rostock. Ich beginne im Westen der Innenstadt. Hier steht die Universität, die 1870 ein neues Hauptgebäude erhielt. Ihre Geschichte aber ist viel älter und reicht bis 1419 zurück: Die mecklenburgischen Herzöge gründeten hier in Rostock die erste Universität im Ostseeraum.

Vor dem Hauptgebäude liegt heute der Universitätsplatz, mit einem Brunnen, dessen Figuren vermutlich nicht ganz so seltsam und unmotiviert da in der Gegend rumliegen, wenn Wasser drin ist.

Hübsch ist auch der Blick in die andere Richtung, von der Universität über die Brunnenanlage in Richtung Stadtmitte.

Am westlichen Rand der Innenstadt, direkt an der Stadtmauer, die sich unter anderem hier noch in einem Abschnitt erhalten hat, steht das Kloster Heilig Kreuz: Ein Kloster der Zisterzienserinnen. Solche Stadtklöster gab es bei den Zisterziensern, die sich ja lieber irgendwo in der hintersten Ecke versteckten, ohnehin nicht sehr häufig. Und von den wenigen Klöstern hat sich kaum eines unverändert erhalten, so daß das Heiligkreuzkloster, in dem heute das Rostocker Stadtmuseum untergebracht ist, einen interessanten Einblick bietet, wie solche Anlagen aussahen.

Gegründet wurde es 1270 als Stiftung von Königin Margarethe von Dänemark, die von einer Pilgerfahrt nach Rom einen Splitter mitbrachte, der als Teil des Kreuzes Jesu galt (um es mal neutral zu formulieren). Die gotische Klosterkirche stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Etwa 200 Meter sind es von der Innenstadt bis zum Rostocker Stadthafen. Hier trifft man Stephan Jantzen, der vor ein paar Jahren noch anders hieß. Nämlich König Ludwig II. von Bayern.

Der in Leningrad gebaute, 1968 in Dienst gestellte Eisbrecher liegt im Rostocker Stadthafen, wurde ein paar Jahre lang hin und her verkauft und lustig umbenannt (da kommt der Märchenkönig ins Spiel) und soll nun zum Museumsschiff ausgebaut werden. Namensgeber Stephan Jantzen war übrigens Seemann und Seenotretter und somit doch ein deutlich sinnvollerer Namenspatron für so ein Ostsee-Schiff als ein im Starnberger See ertrunkener Monarch. Meine Meinung.

Im Stadthafen liegt nicht die Sabine, sondern die Seebiene.

Es gibt aber auch noch ein Rostock jenseits der Innenstadt. Und dorthin fährt der Reisehase jetzt.

Nein, nicht in die in der unmittelbaren Nachwendezeit “leicht” in Verruf geratene Vorstadt Lichtenhagen, eine in den 70er Jahren entstandene Plattenbausiedlung. Aber da fährt der Zug durch, auf dem Weg nach Warnemünde.

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