Baunatal

Wem das alles zu viel Fachwerk ist, dem bietet die Gegend auch ein Kontrastprogramm: Baunatal wurde erst 1966 gegründet und verweist bis ins unauffällige Detail auf seine Entstehung als Stadt:

Vier Dörfer, die um ein 1957 in Altenbauna eröffnetes VW-Werk herumlagen, wurden zur neuen Stadt Baunatal zusammengeschlossen. Und in die Mitte zwischen Altenritte, Großenritte, Altenbauna und Kirchbauna setzte man ein neues Zentrum, modern, im Stil der Zeit.

Mir gefällt das sogar; immer nur im Fachwerkidyll herumlaufen wäre ja auch öde. Baunatals Mitte, in der aktuell das jährliche Stadtfest aufgebaut wird, ist (erstaunlich genug) autofrei, hat sehr viele Grünflächen und teilweise glasüberdachte Gassen. Es gibt deutlich Häßlicheres, auch wenn die Architektur der 60er und 70er (noch?) keine allzu großen Beliebtheitswerte hat. Und wer kein Fachwerk mag, dem sollte sowas doch liegen.

Schwierig ist allerdings die Stadthalle: Beton pur im Stil des brutalisme, wie man das in Frankreich nennt (Le Corbusier hat einige solcher Bauten entworfen).

Ein Denkmal in Form eines Brunnens setzte man Dorothea Viehmann, die hier in Rengershausen lebte und eine wichtige Quelle für die Märchensammlung der Brüder Grimm war.

Und eine ganz besondere Schönheit hat Bauntal auch: Das wunderbare Parkstadion des KSV einen Fußballverein, den ich sehr mag.

Das Parkstadion, unverkennbar aus den 70er Jahren, fügt sich hervorragend in die Landschaft am Baunsberg ein und hat eine grandiose Haupttribüne mit orangefarbenen Kacheln an den Wänden (innen und außen).

Ich stehe jetzt schon zum vierten oder fünften Mal mit leuchtenden Augen hier. 😉

Hach.

KSV steht übrigens für Kultur- und Sportverein: Unverzichtbares Wissen.

Kurzer Abstecher noch in einen der alten Baunataler Ortskerne (Großenritte): Oh la la, des maisons à colombages…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*