Rudolstadt

“Die Gegend um Rudelstadt ist ausserordentlich schön. Ich hatte nie davon gehört und bin sehr überrascht worden.” Das schrieb Friedrich Schiller im Dezember 1787, Brief an Christian Gottfried Körner. Dem kann man nur zustimmen.

Weimar wird ja trotz der zahlreichen Prominenz vor Ort eindeutig von Goethe beherrscht. In Rudolstadt aber besitzt Schiller die Feldhoheit. Besuch also im Schillermuseum.

Der junge Dichter weilte hier mehrere Jahre, wurde vermutlich von der Glocke der Stadtkirche zu seinem Gedicht von der Glocke inspiriert und bewegte sich vor allem im literarischen Salon der Familie von Lengenfeld. Die beiden Töchter des Hauses, Charlotte und Caroline, waren literaturbegeistert, und Schiller war bald töchter-begeistert. Er konnte sich aber nicht zwischen Charlotte und der schon verheirateten (dies aber unglücklich) Caroline entscheiden.

Der Überlieferung nach kam Schiller auf den Gedanken, ob er denn nicht mit beiden…

Nice try. Die Antwort war Nein. Na sowas.

Schließlich entschied er sich für Charlotte, die er 1790 auch heiratete.

Ebenfalls im Hause Lengenfeld fand am 7. September 1788 auch das erste Treffen von Goethe und Schiller statt. Und zwar in diesem Zimmer.

Die Freundschaft entwickelte sich aber erst später in Weimar.

Im Museum finde ich es eine schöne Idee, die Leute auf diese elegante Art davon abzuhalten, die historischen Möbel zu ruinieren.

Hier allerdings dürfte ich, dank Altgriechisch als Abifach, sogar Platz nehmen:

Ich hab’s trotzdem nicht gemacht. 😉

Rudolstadt ist heute eine nette Kleinstadt, der eigentlich nur eines fehlt: Eine sinnvolle Umgehungsstraße. Der Durchgangsverkehr ist jedenfalls beachtlich. Hoch über der Stadt und dem Saaletal steht das große Barockschloß Heidecksburg.

Von der Schloßterrasse aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und ihre Lage im Tal.

Und noch ein kleiner Stadtbummel hinterher.

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