Hildburghausen

Die kleine Kreisstadt (11.000 Einwohner) im oberen Werratal liegt auf einem Bergrücken oberhalb des Flusses. Hübsch ist der Marktplatz mit dem Rathaus.

Jean Paul war einige Male hier am Hof der Herzöge von Sachsen-Hildburghausen; die fürstlichen Töchter waren große Fans seiner Romane. Verheiratet wurden sie aber natürlich nicht mit einem armen Literaten, sondern lukrativer und prestigeträchtiger: Therese zum Beispiel ging an Ludwig I. von Bayern; sie wurde somit bayerische Königin. Die Hochzeit Ludwigs mit Therese fand im Oktober 1825 in München statt; aus den Feiern zu diesem Anlaß entstand – auf der Theresienwiese – das Oktoberfest…

Stadtmuseum Hildburghausen.

Jean Paul bekam also keine Fürstentochter ab, bloß den (nicht dotierten, ergo nutzlosen) Titel eines Legationsrates. Sowie, deutlich später, eine Gedenktafel auf dem Marktplatz, auf dem auch noch der alte Marktbrunnen steht.

Zu einer anderen Geschichte findet sich in Hildburghausens Stadtbild kein Hinweis (zumindest habe ich keinen gefunden): 1807 tauchte hier ein Paar auf und wohnte zunächst in der Stadt, später im nahen Schloß Eishausen. Sie lebten sehr zurückgezogen und wurden, da niemand ihre wahre Identität kannte, bald als “Dunkelgrafen von Hildburghausen” bezeichnet. Er wurde später als ein holländischer Diplomat identifiziert. Um wen es sich aber bei der “Dunkelgräfin” handelte, die kaum öffentlich auftrat, und wenn, dann verschleiert, weiß man bis heute nicht. Anwärterinnen bis hinauf an den französischen Königshof gibt es viele. In den Wirren der Napoleonischen Kriege und den Zeiten drumherum waren ja einige adelige Töchter abgängig… Es bleibt aber ein Geheimnis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*