Nordirland

Es ist ja nicht meine erste Tour auf die britischen Inseln im Spätwinter (Februar/März); daraus hat sich inzwischen eine ganze Serie entwickelt. Nach Nordengland 2016 und Schottland 2017 steht dieses Jahr also Irlands Norden auf dem Programm, genauer gesagt Belfast und Umgebung. Dafür wurde es jetzt wirklich allerhöchste Zeit.

Belfast gehört vielleicht nicht zu den Top-Reisezielen, aber immerhin ist es heute überhaupt wieder ein sinnvolles Reiseziel. Das war während der langen Jahre des Bürgerkrieges nicht so, jedenfalls nicht in der allgemeinen Wahrnehmung. Die Unruhen in Derry markierten 1969 den Beginn fast 30 Jahre andauernder Kämpfe, Anschläge, Attentate und Morde. Spätestens mit dem (von U2, John Lennon und anderen besungenen) Blutsonntag am 30.01.1972 geriet die Situation völlig außer Kontrolle, als die britische Armee 13 unbewaffnete (katholische) Demonstranten erschoß. Die Zeit von 1969 bis 1998 wird als “The Troubles” bezeichnet, was harmloser klingt als es war, angesichts von etwa 3.500 Toten. 

Seit dem Karfreitagsabkommen 1998 herrscht eine gewisse Ruhe, die anfangs sehr fragil war und erst mit der Zeit etwas stabiler wurde. Nun allerdings könnte durch den Brexit-Beschluß der Engländer das alles wieder in Gefahr geraten. Also lieber vorher nochmal hinfahren. Wer weiß, wie sich das entwickelt.

Um den Bürgerkrieg wird es auch hier immer wieder gehen, aber es ist beileibe nicht so als hätte Belfast sonst nichts zu bieten. Auf dem Programm steht einiges, was interessant zu werden verspricht. Und Touren in die Umgebung sind auch geplant. Den detaillierten Ablauf mache ich aber spontan vom Wetter abhängig. Am Flughafen Dublin und dann auch auf dem Weg nach Belfast ist es jedenfalls etwas neblig und ziemlich grau. Das hatte ich so eigentlich nicht bestellt. 😉

Nach ziemlich genau zwei Stunden Busfahrt komme ich jedenfalls gegen 8 Uhr Ortszeit in Belfast an. Die ominöse Grenze hat der Bus dabei passiert, ohne daß man etwas davon gemerkt hätte. Wie das nach dem Brexit wohl wird?

Jedenfalls beginne ich die Tour dann zunächst einmal standesgemäß: Im Pub. Sláinte!

Eventuelle Unionisten oder Royalisten seien übrigens vorgewarnt; ich bin nicht sonderlich neutral in der Irlandfrage. Anders ausgedrückt: Der Reisehase ist strikt irisch-republikanisch. ☘🇮🇪 ❤ Also: “We’ll sing a song…”

2 Kommentare zu „Nordirland

  1. Nur damit man’s richtig einordnen kann: Nutzt du ein 12- oder 24-Stunden-Zeitsystem? Sprich, warst du morgens oder abends um 8 im Pub?!?
    😇

    1. Gut, daß Du fragst. 8 p.m. selbstverständlich. Um 8 a.m. kommt höchstens ein Kaffee auf den Tisch! (oder zwei, drei). Hätten die Pubs denn da überhaupt schon geöffnet? 🤔

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