Laucha (Unstrut)

Laucha ist ein kleines Städtchen mit schönem Ensemble aus Kirche und altem Rathaus.

Am Ortsrand befindet sich noch eine Glockengießerei.

Kurzer historischer Ausflug: Was heute viele nicht mehr wissen: Als das Saarland 1939 mit Beginn des Krieges sofort Frontregion war, wurde ein breiter Streifen an der Grenze (die sog. “Rote Zone”) evakuiert und die gesamte Bevölkerung dieser Zone ins Landesinnere verschickt, nach Thüringen, Hessen und Bayern. Die Pläne hatten die Nazis schon länger in den Schubladen. Zwischen öffentlicher Räumungsanordnung und Beginn der Transporte lagen meist nicht einmal 24 Stunden. Viel mitnehmen durfte man aber sowieso nicht, und von allem, was zurückblieb, wußte niemand, was Krieg und Plünderungen übriglassen würden. Die Rückkehr ins Saarland war erst im Juni 1940 gestattet.

Zusatzinfo: Die Franzosen hatten ihre eigene Evakuierungszone; die Menschen aus den Grenzorten wie Blies-Ebersing kamen an die Dordogne.

1944, als die Alliierten nach der Landung in der Normandie Frankreich zurückeroberten, wurde die “Rote Zone” dann nochmals geräumt; die Evakuierung wiederholte sich.

Warum ich das erzähle? Mein Heimatort Bous war damals Teil der “Roten Zone”; meine Großmutter mußte daher 1939 auch das Saarland verlassen und kam in den kleinen Ort Plößnitz bei Laucha (und 1944 dann nach Nieder-Roden bei Frankfurt). Der andere Zweig der Familie kam in den Hunsrück. Daher sind die Namen Laucha und Plößnitz noch heute feste Begriffe in der Familie.

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