Leuna und Buna

“Plaste und Elaste aus Schkopau” stand gut lesbar an der Transitautobahn; jedenfalls dem Vernehmen nach; ich bin da zu DDR-Zeiten nie durchgekommen. Die Buna-Werke in Schkopau waren ein großer Kunststoffhersteller, dessen Betriebssportgemeinschaft sogar den Sprung in die DDR-Oberliga, die höchste Spielklasse des Landes schaffte.

Schkopau selbst ist eigentlich nur ein kleines Dorf, mit barockem Kirchlein und Schloß (heute Hotel).

In Leuna, etwas südlich, hatte schon ab 1917 die BASF eine Ammoniakfabrik errichtet, die später von der I.G. Farben zu einem großen Chemiewerk ausgebaut wurde, in dem aus Kohle Benzin hergestellt wurde. Die DDR baute die Anlage noch aus und produzierte hier umweltseitig nicht ganz unproblematische Dinge: Petrochemische Produkte, Düngemittel, Salpetersäure, hochgiftige Phenole, Kunststoffe… Leuna war damals nicht direkt ein Luftkurort…

Immerhin sind die Felder um Leuna noch oder wieder grün. Das arg strapazierte Wort der blühenden Landschaften lasse ich aber mal in der Schublade. Die Landschaft hier, ohnehin sehr flach und wenig spektakulär, aber mit sehr fruchtbaren Böden ausgestattet, war also (auch durch den Braunkohleabbau) ohnehin schon ziemlich kaputt. Da fiel es dann wohl leicht, geschätzte 4,5 Millionen Windräder (vorsichtige Schätzung) in die Leipziger Tieflandsbucht zu rammen. Schön ist das trotzdem nicht.

Zurück nach Leuna. Das Werk wurde nach der Wende unter Einsatz größerer Mengen Schmiergeldes an die Elf Aquitaine verkauft.  Immerhin überlebte es so die Wendezeit. Hier das Haupttor des Werkes:

Im Zentrum der Stadt steht das große Kulturhaus: 1927 als Gesellschaftshaus erbaut, diente es nach dem Krieg als Klubhaus der Werktätigen. Man bot den bis zu 28.000 Arbeitern, die in den Leuna-Werken beschäftigt waren, also etwas.

Der große Platz am Haupttor des Werkes erhielt vor ein paar Jahren eine moderne Straßenbahn-Haltestelle:

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