Aguntum

Nunc scripsit Lepus Romanus.

Es wird nun – erstmals auf dieser Tour – römisch. Die antike Stadt Aguntum liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Dölsach, nur wenige Kilometer östlich von Lienz.

Mit vollem Namen hieß die Stadt Municipium Claudium Aguntum. Der römische Kaiser ernannte die Siedlung in der Zeit um 50 n. Chr. zum Municipium, also zu einer Marktstadt. Es ist die einzige bedeutende Römische Siedlung auf heutigem Tiroler Boden.

Das Municipium lag in der römischen Provinz Noricum und war eine Handelsstadt, aber kein Militärstandort. Ab 50 n. Chr. erlebte die Stadt eine Blütezeit, die bis etwa ins Jahr 400 anhielt. Sie verdankte ihren Wohlstand wohl auch dem Abbau des Tauerngoldes in den Bergen der Umgebung. 

In der Spätantike wirkten sich auch hier die Wirren der Völkerwanderungszeit aus, und eine Schlacht zwischen Bajuwaren und Alpenslawen im Jahr 610 scheint das endgültige Ende von Aguntum besiegelt zu haben.

Seit dem frühen 20. Jh. wird Aguntum planmäßig ausgegraben, teilweise unter der Bundesstraße, die sich quer durch das antike Stadtzentrum fräst. 

Die Ausgrabungen kann man besichtigen; zum Vorschein kamen Häuser, die sich entlang einer Hauptstraße gruppierten, ein Handwerkerviertel, ein Forum, Markthallen und Villen offenbar sehr begüterter Bürger. Das Stadttor auf der Ostseite wurde teilweise rekonstruiert.

Ebenfalls freigelegt wurden die für eine römische Stadt ja unvermeidlichen Bäder:

Hic videmus Lepus Peregrinus in thermae: (ob das wohl stimmt? 🤔 Mein großes Latinum habe ich ja schließlich als Gratis-Zugabe für den Griechisch-LK erhalten…)

Auf dem Gelände ist ein Aussichtsturm errichtet worden, dessen oberste Plattformen für mich schon wieder eine gewisse Herausforderung darstellen. 

Fundstücke aus Aguntum und Informationen zur römischen Alltagskultur bietet das auf dem Gelände befindliche Museum mit einer schön gemachten Ausstellung.

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