Rochefort

Nieselregen. Ach, stimmt, das hatte ich nach neun Tagen Sonne ja glatt vergessen, daß es sowas auch noch gibt. Nun denn: Es wird also ein Museumstag.

Rochefort ist ähnlich wie Brouage eine planmäßig gegründete, auf Schachbrettmuster angelegte Festungsstadt. 

Die Kirche ist, wie es sich für eine unter Sonnenkönig Ludwig XIV. gegründeten Stadt gehört, dem Heiligen Ludwig geweiht. In Saarlouis ist das nicht anders. Rochefort liegt in einer Flußschleife der Charente kurz vor deren Mündung in den Atlantik. Die Stadt entstand 1666 auf Veranlassung von Kardinal Richelieu und Marineminister Colbert als Festung und Marinearsenal. Sie erhielt wichtige Aufgaben für die bis dahin rückständige Königliche Marine: Schiffswerften und die Corderie Royale (dazu später mehr). In Rochefort entstanden zahlreiche Kriegsschiffe, später dann auch erste U-Boot-Versuche. Diese wiederum inspirierten Jules Verne zu seiner “Nautilus”.

Die alten Trockendocks (frz.: formes de radoub) sind erhalten.

Weniger schöne Geschichten gab es auch: 1816 startete von Rochefort aus die “Medusa” in Richtung Senegal; sie erlitt Schiffbruch, und die 15 Seeleute, die das Unglück überlebten, auf einem Floß und bis auf zwei Fässer Wein fast ohne jegliche Nahrung außer… naja… siehe unten…, hatten sehr unschöne Dinge mitgemacht: Gewalt, Mord, und vor allem: Kannibalismus… Bekannt ist diese schauerliche, aber wahre Geschichte heute vor allem durch Théodore Géricaults Gemälde “Das Floß der Medusa”. Eine Nachbildung des Floßes steht im Marinemuseum.

Nahe dem Zentrum ist ein nettes Heckenlabyrinth angelegt. 

Und wie es sich für eine Stadt von Seefahrern gehört, ist das Ziel natürlich die Schatztruhe.

Zur Belohnung gibt’s Crêpe mit Sahne, was sich allerdings eher als Sahnegebirge mit etwas Crêpe-Basis herausstellt.

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