Fossa Carolina

Bei Treuchtlingen gibt es noch etwas ganz Besonderes, nämlich das hier.

Was auf den ersten Blick wie ein 08/15-Fischteich aussieht, ist der sogenannte Karlsgraben (Fossa Carolina). Es ist ein Teil eines Kanalprojektes, das von Karl dem Großen angestoßen wurde. Im karolingischen Reich wäre eine solche Verbindung wirtschaftlich und militärisch von enormer Bedeutung gewesen. Die Idee, den Main und die Donau mit einer schiffbaren Wasserstraße zu verbinden, gab es also schon im Jahr 793!

Die zu überwindende Strecke war hier auch gar nicht lang: Zwischen Fränkischer Rezat (-> Main) und Altmühl (-> Donau) liegen gerade mal drei Kilometer. Das wäre mit den damaligen technischen Möglichkeiten grundsätzlich machbar gewesen, aber das Projekt scheiterte wohl an den ungünstigen Bodenverhältnissen. Die Quellenlage hierzu ist aber äußerst dünn. 

Bis heute kann man ein etwa 1,5km langes Stück des Kanals sehen, im Treuchtlinger Stadtteil Graben (passender Ortsname). Am südlichen Ende ist es oben gezeigter Fischteich, im Norden wird es eher verlandet und sumpfig.

Auch einen Blick werfen sollte man in die kleine Kirche von Graben: Hier haben sich mittelalterliche Wandmalereien erhalten. Und der Engel rechts unten scheint die Kanalpläne zu studieren. 😉

Die Verbindung von Main und Donau gelang dann erst mit dem Ludwigskanal 1846 und dem Main-Donau-Kanal 1992, beide weiter östlich gelegen (Bamberg-Kelheim). Und beide deutlich aufwendiger: Für den 172km langen Ludwigskanal z.B. wurden 100 Schleusen gebaut. 

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